Bitkom zur Stellungnahme "Big Data und Gesundheit“ des Deutschen Ethikrats

4. Dezember 2017

Zur Stellungnahme des Deutschen Ethikrats vom 30. November 2017 zu „Big Data und Gesundheit - Datensouveränität als informationelle Freiheitsgestaltung“ erklärt Bitkom-Präsident Achim Berg:

„Wir begrüßen, dass der Ethikrat das Potenzial von Big-Data-Anwendungen erkannt hat. Um Krankheiten vorzubeugen, richtige Diagnosen zu stellen und über Therapien zu entscheiden, sind Ärzte auf Informationen angewiesen. Das war schon immer so. Im Gesundheitsbereich nutzen heute immer mehr Forscher, Unternehmen und Ärzte aus Big Data gewonnene Informationen. So können Ärzte mit Hilfe von Genomdaten oder von Smart Watches gewonnenen Sensorinformationen noch fundiertere Einschätzungen vornehmen und Entscheidungen treffen. Beispielsweise kann sich ankündigenden Hirnschlägen oder Herzinfarkten besser vorgebeugt werden. Krankheiten wie Krebs etwa werden dank individueller Patientendaten und des großen Schatzes an Daten anderer Patienten erfolgreicher und schonender behandelt als bisher. Big Data ist der Schlüssel dazu. Medizinische Daten können Leben verlängern und Leben retten. Wir müssen den Schalter umlegen, weg von der Einheitstherapie von der Stange, hin zur Individualmedizin. Dabei ist der Schutz der hochsensiblen Gesundheitsdaten ein ganz zentraler Baustein auf dem Weg zu einer gleichermaßen leistungsfähigen, flächendeckenden und bezahlbaren Gesundheitsversorgung. Deutschland spielt eine führende Rolle in der medizinischen Forschung und Technologie. Um diese herausragende Position im digitalen Zeitalter zu erhalten, müssen wir die Chancen, die Big Data bietet, entschieden ergreifen. Eine konsequente und kluge Datennutzung bei gleichzeitig bestmöglichem Schutz der Privatsphäre ist die Voraussetzung dafür.“

Die Bundesbürger stehen Big Data in der Medizin offen gegenüber. So würde eine Mehrheit von 75 Prozent die eigenen Gesundheitsdaten für die Forschung bereitstellen, etwa um zur langfristigen Erforschung einer Krankheit beizutragen, oder um anderen Patienten kurzfristig zu helfen. Insbesondere Ärzte genießen einen großen Vertrauensvorschuss: Ganze 55 Prozent würden den Medizinern ihre Gesundheitsinformationen bedenkenlos überlassen.